Menü
Logo des ADVOTEAM Flensburg
Transportrecht

Unsere Themen

Transport- & Speditionsrecht

Transportschaden – wann haftet die Spedition?

Das Transportgut kommt beschädigt an.
Wann haftet die Spedition dem gewerblichen Käufer?

Nicht immer hat der Spediteur für den Transportschaden einzustehen. Grundlage für die Haftung sind die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (kurz: ADSP). Die aktuelle Fassung 2017 ist über https://www.dslv.org/dslv/web.nsf/id/pa_de_adsp.html abrufbar.

Nach diesen Regeln arbeiten die meisten Speditionsfirmen. In den ADSP sind Rechte und Pflichten des Spediteurs und des Auftraggebers festgelegt. Danach richtet sich auch die Haftung für den entstandenen Transportschaden. Dieser kann z.B. dadurch passieren, dass ein Paket vom Gabelstapler fällt oder aber die Kühlung im Fahrzeug aussetzt und Tiefkühlware auftaut. Mitunter passieren Schäden durch schlechte Sicherung.

Die häufigsten Ursachen für Transportschäden entstehen:

  • beim Umladen des Transportgutes am Lager oder unterwegs beim Tausch der Fahrzeuge
  • durch falsche Temperatur (zu heiß/ zu kalt)
  • durch mangelnde Ladungssicherung
  • durch mangelnde Verpackung


Im Falle der höheren Gewalt (z.B. bei Unwetter) haftet keine Vertragspartei.

Aus der Rechtsprechung:

LG Hamburg, Urt. v. 06.11.2014, Az. 407 HKO 8/14
Entschied hinsichtlich der Haftung des Verfrachters beim Seetransport für die Beschädigung eines Containers und darin befindliche Ladung durch mangelhaft verpackte andere Ladung zum Nachteil des Verfrachters:

Orientierungssatz:
Stürzen während einer Schiffsreise zwei Maschinenteile, die auf einem benachbarten oberhalb gelegenen flatrack gestaut waren, wegen ungenügender Verpackung auf einen Container, was zu Beschädigungen und Öffnungen im Container führt, weshalb die erforderliche Temperatur von -20° im Container nicht eingehalten werden kann und dadurch die im Container befindlichen Lebensmittel verderben, so haftet der Verfrachter dem Eigentümer des Containerinhaltes auf Schadensersatz.

OLG Hamm 18. Zivilsenat, Urt. v. 21.11.2013, Az.:I-18 U 33/13, 18 U 33/13
Zur Beschädigung von Frachtgut mit erhöhter Kippgefahr

Orientierungssatz:
1. Hat der Absender den Frachtführer schon bei dessen Beauftragung wie auch durch entsprechende Sichtvermerke auf dem verpackten Gut (hier: einem Schaltschrank) auf dessen besondere Kippgefährdung infolge eines erhöhten Schwerpunktes hingewiesen, handelt der Frachtführer leichtfertig, wenn er das Frachtgut mit dem Gabelstapler umlädt, ohne besondere Sicherungsmaßnahmen zu treffen, und das Gut deshalb vom Gabelstapler fällt.
2. Wird ein Gut mit einem erhöhten Schwerpunkt zum Transport gegeben, so erfordert eine sichere Beförderung desselben das Verzurren des Gutes auf dem Lkw bzw. bei einem Umschlag seine Befestigung am Gabelstapler. Eine solche Befestigung ist bei Verwendung einer Palette, die eine größere Standfläche als das Gut selbst aufweist, nicht ebenso sicher möglich, wie bei einer Palette, deren Standfläche mit der Grundfläche des zu transportierenden Guts übereinstimmt. Deshalb stellt die Verwendung einer Einwegpalette mit passgenauer Standfläche an Stelle einer Europalette mit einer größeren Standfläche keinen Verpackungsmangel i.S.v. Art. 17 Abs. 4 Buchst. b CMR dar, denn die Verwendung einer Europalette wäre nicht geeignet, die Kippgefährdung zu verringern.

BGH, Urt.v. 21.09.2017, Az.: I ZR 47/16
Zur Frachtführerhaftung bei Weisung an Fahrer
Eine dem nicht empfangsbevollmächtigten Fahrer zugegangene Weisung ist nicht rechtsverbindlich. Im Falle ihrer Nichtbeachtung haftet der Frachtführer daher weder gemäß Art. 12 Abs. 7 Fall 1 CMR noch gemäß § 280 BGB.

© 2018 ADVOTEAM, alle Rechte vorbehalten