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gewerblicher Rechtsschutz - Urheberrecht eines Makaken?


Urheberrechtsstreit in den USA

Tierschutzorganisation Peta klagte für Affenweibchen wegen Urheberrechtsverletzung

Das ging am 18.07.2017 durch die Presse (vgl. Flensburger Tageblatt S.20).

In San Francisco gab es eine der skurrilsten Urheberrechtsstreitigkeiten der vergangenen Jahre. Der Brite David Slater veröffentlichte 2011 ein Foto (Selfie), welches ein Makaken- Weibchen namens Naruto mit der Kamera des Naturfotografen von sich selbst gemacht hatte.

Das fotogene, freundliche Lächeln begeisterte Tierliebhaber weltweit und machte Slater über Nacht glücklich und berühmt. Der sich anschließende Rechtsstreit führte allerdings, wie sich jetzt herausstellte, zu seinem finanziellen Bankrott.

Slater hatte in Indonesien die in freier Wildbahn lebende Äffin mit ihren Artgenossen einige Zeit lang begleitet und ihr Zutrauen gewonnen. Er animierte den Primaten mit seiner Kamera, das Foto auszulösen, so dass er nicht nur ein fröhliches Foto, sondern auch die passende Geschichte des intelligenten Makaken- Weibchens präsentierten konnte.

Wikimedia Commons veröffentlichte das Bild im Online-Lexikon Wikipedia. Der Fotograf vertrat die Auffassung, dass er Rechtsinhaber des Bildes sei und reichte Klage gegen die vermeintliche Urheberrechtsverletzung ein.

Nun haben die Gerichte die Frage zu klären, ob David Slater an einem Selfie eines Affen Rechte anmelden kann.

Die Urheberrechtsbehörde US Copyright Office entschied: Die Behörde wird keine Werke registrieren, die die Natur, Tiere oder Pflanzen hervorgebracht habe. Slater wollte die Entscheidung nicht hinnehmen und prozessierte weiter. Inzwischen ist die Tierschutzorganisation Peta aktiv geworden und verklagt für den Affen Naruto den Fotografen. Denn wenn eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, müsse Slater die Einnahmen aus dem Foto an das Affenweibchen abgeben.

Nach deutschen Gesetzen wäre so etwas selbstverständlich nicht möglich. Hier hätte sich Slater – regional - durchgesetzt. Aber wenn ein Tier – wie in den Staaten – erbberechtigt sein kann, warum ihm dann nicht auch Urheberrechtsschutz gewähren. Wie sagt man so schön:

...das Land der unbegrenzten Möglichkeiten (zumindest für Makaken)!

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